Freitag, 8. April 2011
Siesta
Sie nahm mich in Besitz/ besetzte meinen Schoß/ streckte sich/ rollte sich zusammen/ schnurrte/ und schlief/ für eine Stunde ein. Durch die Besitzung in Besitz genommen/ Besessen und besetzt/ durch eine Katze/ auf meinem Schoß/ veranlaßt zu Ruhe. Apathisch/ phlegmatisch/ lasse ich die Zeit vergehen. Ungetanes/ gestapelt/ verstaubt/ wartet vergebens. Eine Katze nahm Platz auf meinem Schoß/ gab Ruhe und Wärme/ entrückte meine Pflichten. (Gedicht von Annette Peppler 1990 (?) aus München)
Montag, 28. März 2011
Greifarm nach dem Elefantenrüsselprinzip
Die Forscher Peter Post, Markus Fischer und Andrzej Grzesiak sind die Preisträger des Deutschen Zukunftspreises 2010. Sie haben einen Greifarm nach dem Elefantenrüsselprinzip entwickelt, basierend auf dem Prinzip der Bionik. Hier wurden natürliche Konstruktionsprinzipien auf ein Assistenzsystem übertragen und weiter entwickelt. Es erinnert an menschliche Leichtigkeit, Geschicklichkeit und Flexibilität. Der Greifarm hat die Funktion eines "Bionischen Handling-Assistenten" und sieht einem Elefantenrüssel verblüffend ähnlich. Er besteht aus einem künstlichen Rüssel, einem Handgelenk und einem Greifer mit drei Fingern. Alle Teile wurden aus einem Guss hergestellt nach dem Lasersintern-Verfahren mit Polyacrylpulver. Hierbei wird das Computermodell dreidimensional generiert und das Pulver in einer Art "Ofen" in der entsprechenden Form modelliert. Im Unterschied zu herkömmlichen Greifarmen werden keine hydraulischen Elemente benötigt. Er wird vielmehr durch pneumatische Luftpolster gesteuert. Ein Novum ist seine enorme Nachgiebigkeit. Die Finger passen sich von selbst jedem gegriffenen Gegenstand an. Der Greifer ist in der Lage, die wirkende Kraft sehr fein zu dosieren. Daher kann er in unterschiedlichen Anwendungsbereichen eingesetzt werden, z.B. in der Industrie, in der Landwirtschaft beim Sortieren oder im Haushalt als Haushaltshilfe. Auch kranken und gebrechlichen Menschen kann dieser Greifarm behilflich sein. Den vielen Anwendungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Quelle: Wissenschaft für Jedermann im Deutschen Museum 2011 in München.
Samstag, 19. Februar 2011
Dr.-Arbeit/Thesis
Nachdem in letzter Zeit soviel Aufhebens von der Dr.-Arbeit von Verteidigungsminister zu Guttenberg gemacht wurde, wird hier eine Dissertation vorgestellt, die ebenfalls mit der Bestnote "summa cum laude" bewertet worden ist. Titel: Kopplung von Partikelströmen bei der nicht-stationären Diffusion in Ionenaustauschern. Autor: Gerhard Backhaus. Dr.-Vater: Prof. Dr. Gerhard Dickel, Co-Referent: Prof. Dr. Gerhard Ertl (Nobelpreisträger für Chemie von 2007). Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU München, 1974. Ultrakurzfassung: Diese Arbeit befasst sich mit der Aufgabe, nicht-stationäre Transportvorgänge in Substanzen mit Membranstruktur (Ionenaustauscher) zu beschreiben. Dabei wurde die Variationsrechnung mit herangezogen und die in Membranen auftretenden Zwangskräfte berücksichtigt. Eine auf die Beschreibung stationärer Zustände begrenzte Theorie wurde durch Anwendung des GAUSS'schen Satzes auf die Transportgleichungen erweitert. Schließlich ergeben sich Systeme von partiellen Bewegungsgleichungen, die die Kopplung der Transportvorgänge bei der nicht-stationären Diffusion in Ionenaustauschern beschreiben. Diese Differentialgleichungen konnten exakt gelöst werden. Ferner wurde die Theorie von BIOT zur Lösung von Problemen der Wärmeleitung wegen ihrer Analogie auf die Bewegung von Teilchen in Ionenaustauschern erfolgreich angewendet. Es ergibt sich eine LAGRANGE-Gleichung, die als Bewegungsgleichung für die Diffusion von Partikeln aufzufassen ist. Im experimentellen Teil wurden sog. Sorptionsisothermen von Ionenaustauschern gemessen. Zur Vereinfachung der Umladung der Ionenaustauscherkugeln wurde ein neuartiges, automatisch arbeitendes Gerät erfunden, das gegenüber dem herkömmlichen Verfahren wesentliche Vorteile besaß: selbsttätige Arbeitsweise, gesteigerter Probenumsatz und verbesserte Reproduzierbarkeit.
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Freitag, 11. Februar 2011
Climate Engineering
Unter Climate Engineering versteht man Bemühungen, das Klima der Erde durch Ingenieurskunst zu verändern. Die mittlere Temperatur der Atmosphäre ist in den vergangenen Jahren um ca. 2 Grad C angestiegen. Als Grund wird die Zunahme der Konzentration der Treibhausgase Methan und Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre angesehen. Die Aktivitäten auf der Sonnenoberfläche könnten ebenfalls einen Einfluß auf das Erdklima haben. Größere Mengen an Methangas entweichen u.a. dem Darm von Rindern und Schweinen in der Massentierhaltung. Die Kohlendioxid-Konzentration läßt sich reduzieren durch Aufforstung, weil Pflanzen CO2 verbrauchen. Ein anderer Teil gelangt ins Wasser der Ozeane, wodurch deren pH-Wert sinkt und die Meere saurer werden. Der Versuch, durch Eisendüngung der Ozeane das Algenwachstum zu beschleunigen (wodurch CO2 aus dem Wasser abgezogen wird), ist fehlgeschlagen: Ruderfußkrebse fraßen die Kleinalgen und verhinderten eine größere Blüte! Um den Temperaturanstieg in der Atmospäre dennoch zu verringern, hat der Nobelpreisträger Paul Crutzen vorgeschlagen, in der Stratosphäre Schwefel-Aerosole auszubringen, wodurch die Sonneneinstrahlung verringert wird. Es gibt auch die Überlegung, im Weltraum zwischen Erde und Sonne Raumspiegel anzubringen, wodurch Sonnenlicht reflektiert werden kann. Diese Versuche sind jedoch kein Ersatz dafür, Treibhausgase zu verringern, sondern stellen nur eine zusätzliche Strategie dar, die jedoch sehr umstritten ist.
Sonntag, 28. November 2010
Gibt es Ausserirdische? Do Aliens exist?
Bei der Beantwortung dieser Frage muß zunächst geklärt werden, ob die auf der Erde geltenden Naturgesetze auch in den Weiten des Kosmos gelten. Wenngleich im Kosmos Dunkle Energie und Dunkle Materie postuliert werden, deren Natur weitestgehend im Dunkeln liegt, gehen Astrophysiker davon aus, dass das kosmische Geschehen von denselben physikalischen Gesetzen gesteuert wird wie auf der Erde. Das bedeutet z. B., dass die hier bekannten Elemente auch anderswo im Universum anzutreffen sind. Es mag jedoch im All Verbindungen geben, die hier unbekannt sind. Die für organisches Leben bedeutendsten Elemente sind Wasserstoff (H),Kohlenstoff (C), Sauerstoff (O) und Stickstoff (N). Es ist daher naheliegend auf fremden Planeten, den Exo-Planeten, nach diesen Elementen zu suchen. Am Vielversprechendsten ist es, Ozon (O3) aufzuspüren. Dies Gas entsteht u.a. aus der Wechselwirkung von Kohlenwasserstoffen mit den Molekülen der Atmosphäre. Vielleicht gelingt es, dieses Gas in der Atmosphäre von Exo-Planeten nachzuweisen. Damit ist die Existenz von ausserirdischem Leben noch nicht bewiesen, aber wahrscheinlich. Selbst wenn es organisches Leben auf fremden Planeten geben sollte, ist damit auch noch nicht erwiesen, dass es sich um höher entwickelte Lebensformen handelt. Diese Frage ist nach wie vor ungeklärt! English version at gaus-kosmos next site!
Mittwoch, 18. August 2010
Das "wie" und "warum" in Naturwissenschaft und Theologie/ Important Questions in Science and Theology
Es gibt Fragen, die einen immer wieder beschäftigen, z.B.: Was war vor dem Urknall, was ist jenseits der Grenzen des Universums, gibt es Paralleluniversen, kann man eines Tages Zeitreisen durchführen? Aber es stellt sich auch die Frage nach der Existenz Gottes! Zuschauer der Sendung "alphacentauri" haben von dem Astrophysiker Harald Lesch eine Reihe von Antworten geliefert bekommen. Er stellt fest, dass die Naturwissenschaften nur erklären können "wie" etwas funktioniert (etwa die Entwicklung des Kosmos), aber nicht "warum" die Welt so beschaffen ist, wie wir sie vorfinden. Diese Frage erklärt die Theologie, was mir die Theologin Jutta Höcht-Stöhr aus München im Jahre 2000 bestätigte. Denn auch ich vertrete diese Auffassung. Und wie steht es mit der Darwinschen Evolutionstheorie, wonach alle Arten auf der Erde (auch der Mensch!) sich aus einfacheren Vorläufern entwickelt haben? Atheisten meinen, dass dadurch ein Schöpfergott überflüssig geworden ist. Jedoch sagt der Jesuitenpater, Lehrer und Geologe Teilhard de Chardin (1881-1955): "Dieu faisant de se faire les choses!" (Gott richtet die Dinge so ein, dass sie sich selber regeln). Diese Äusserung halte ich persönlich für eine "wahre" Aussage, wodurch Gott wieder ins Spiel gebracht wird. Was für ein Segen! For English version see next site at gaus-kosmos!
Sonntag, 11. Juli 2010
Was ist der Sinn des Lebens?/What is the meaning of life?
Am Mittwoch, dem 30.6.10, hielt Willigis Jäger, der bekannte Mystiker und Zen-Lehrer aus der Würzburger Schule der Kontemplation, einen Vortrag in der Kreuzkirche in München unter dem Titel: "Ewige Weisheit, die Essenz der spirituellen Wege." Dabei stellte sich mir die Frage, ob der Weg zur ewigen Weisheit über die Kontemplation führt. Contemplari heißt "schauen". Im christlichen Kontext versteht man darunter manchmal Meditation oder Betrachtung, d.h. Meditieren über einen Inhalt, sei es ein Bild, eine Vorstellung oder ein Text. W.J. geht es jedoch um die Bezeichnung einer bestimmten Form des Betens. Kontemplation bedeutet dann nicht mehr Meditieren, sondern stellt einen Zustand des Erfahrens jenseits unseres Bewußtseins da. In diesem Sinne verstehe ich auch seine Äusserung, dass der Mensch als Woge in dem unendlichen Ozean des Göttlichen zu verstehen sei. Daraus liesse sich der Sinn des Lebens ableiten, Teil des ewig Göttlichen zu sein. So jedenfalls habe ich seinen Vortrag verstanden, in dem auch Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft wie Astrophysik und Evolutionsbiologie ihren Platz fanden. Was für ein denkwürdiger Abend! For English version see next site at gaus-kosmos!
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