Freitag, 8. Mai 2020

Das schöne Wort

G ü t i g e r  G o t t ,  ich danke dir.
Es ist eine Zeit des Gelingens.
Alles scheint mir zuzufliegen.
Alles ist in Balance.
Ich erlebe den Zuspruch vieler.
Das tut gut.
Ich spüre den Neid anderer.
Das tut weh.
Ich weiß, Hochmut kommt vor dem Fall.
Und ich spüre tief in mir eine große Demut.
Nichts, was ich leiste,
verändert deinen Blick auf mich.
Ich weiß.
Aber ich weiß auch, dass ich feiern und mich
freuen darf,
denn du bist kein Gott, der Griesgrämigkeit liebt.
Es ist schön, zu ahnen, dass du lachen kennst,
Humor, Freude und Lebensglück.
Und so feiere ich.
Nicht ins Gelingen verliebt,
nicht auf Erfolg fixiert,
nicht hochmütig,
aber doch voller Freude und Dankbarkeit.

Quelle: Zeitschrift Mitten im Leben von Margot Käßmann, Mai 2020 Verlag Herder Freiburg

Montag, 6. April 2020

Antimaterie - Forschen mit Positronen

Am Mittwoch, dem 4.3.2020, hielt Prof. Dr. Christoph Hugenschmidt im Ehrensaal des Deutschen Museums einen Vortrag zu obigem Thema.
Seit ihrer theoretischen Vorhersage vor 90 Jahren fasziniert Antimaterie nicht nur Physiker, sondern regt auch die Fantasie von Science-Fiction Autoren an.
Aber was ist Antimaterie?
Im Unterschied zu Atomen bestehen Anti-Atome aus negativ geladenen Atomkernen und Atomhüllen aus Positronen. Elektronenquellen lassen sich einfach als Teil der Laborausstattung kaufen. Antiteilchen allerdings können nur in aufwendigen Experimenten hergestellt werden, so wie in der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibniz (FRM I) der technischen Universität München (TUM) in Garching. Seit über 15 Jahren steht mit der neutroneninduzierten Positronenquelle München NEPOMUC der weltweit intensivste Positronenstrahl für die Grudlagenforschung und angewandte Physik internationalen Forscherteams zur Verfügung.

Nach einer kurzen Einführung in die Antimaterie stellte Prof. Hugenschmidt zwei Beispiele aus der aktuellen Forschung mit Positronen vor. Das erste befasst sich mit "fehlenden" Sauerstoffatomen in Supraleitern und das zweite mit dem physikalischen Dreikörperproblem schlechthin.

Die Positronenquelle NEPOMUC hält übrigens mit einer Intensität von einer Milliarde niederenergetischen Positronen pro Sekunde bis heute den Weltrekord.

Quelle: Flyer Deutsches Museum

Freitag, 24. Januar 2020

Worte des Dankes und der Vergebung

Haben wir den/die Verstorbene/n geliebt in diesem Leben,

so wollen wir diese Liebe auch über den Tod hinaus behalten.

Hat er/sie uns geliebt und etwas sein dürfen in diesem Leben,

so wollen wir ihm/ihr von Herzen dafür danken.

Haben wir etwas versäumt an seinem/ihrem leben vor Gottes Angesicht,

so bitten wir ihn/sie um Vergebung.

Hat er/sie uns weh getan, so sei ihm/ihr das jetzt von Herzen vergeben.

So nehmen wir in Frieden voneinander Abschied.

Gott schenke uns seine Barmherzigkeit.

Freitag, 29. November 2019

Bodenrecht im internationalen Vergleich

Am Dienstag, dem 26.11.2019, hat Bernadette-Julia Felsch in der evangelischen Stadtakademie in München einen Vortrag gehalten über Bodenrecht im internationalen Vergleich am Beispiel von China und Dänemark.
Bodenrecht und Bodenpolitik sind mit entscheidend für die Frage, wie teuer Bauen und Wohnen ist.

In Deutschland ist Privateigentum an Grund und Boden selbstverständlich. Dies impliziert Kauf und Verkauf sowie Investment und auch Spekulation damit. Um diese Sichtweise zu hinterfragen, lohnt sich, neben einem Blick in die Historie des Bodenrechts und in die politische Ideengeschichte, ein Blick über die eigenen Landesgrenzen hinaus.

Welche ganz anderen Auffassungen von Eigentums- und Nutzungsrechten des Bodens gibt es und welche Folgen hat das für den Miet- und Immobilienmarkt? Dies wird an den sehr unterschiedlichen Ländern China und Dänemark erläutert.

In China können Eigentumswohnungen und Häuser gekauft werden. Aber der Grund bleibt im Besitz des Staates.

In Dänemark dürfen Ferienhäuser nur an Dänen verkauft werden. Dadurch werden EU-Ausländer diskriminiert!

Bernadette-Julia Felsch ist Dipl. Verwaltungswirtin (FH) und Dipl. Politologin, Münchner Forum und Münchner Initiative für ein soziales Bodenrecht, München.

Literaturhinweis:
Bernadette Felsch, Bodenrecht in anderen Staaten und globalen Regionen (China, Dänemark, Schweden und Finnland, Niederlande, Russland, Lateinamerika, Afrika)
in: Materialien zu einer Bodenpollitik

Sonntag, 21. Juli 2019

Mahatma Gandhi (1870 - 1948)

In der evangelischen Stadtakademie in München  wurden im Sommersemester 2019 mehrere Vorträge gehalten von PD Dr. Renate Syed vom Institut für Indologie und Tibetologie der LMU München über Gandhi im Spannungsfeld von Politik und Spiritualität.
Aus dem Flyer ergibt sich, dass Gandhi eine komplizierte, von Widersprüchen bestimmte Persönlichkeit war, nämlich Rechtsanwalt, Rebell, Aktivist und Politiker, zugleich aber gläubiger Hindu und strenger Asket. Von vielen Indern, die ihn als Verkörperung hinduistischer Ideale und Tradition sehen, wird er tief verehrt, auch wegen seiner Unbeugsamkeit und seines Mutes, die ihn für Jahre in britische Gefangenschaft brachten.
Die altindische Kultur, die im Westen primär als spirituell verstanden wird, kannte eine ausgefeilte Politik- und Kriegstheorie: Der Krieg galt, etwa im Epos Mahabharata, durchaus als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Welche Mittel der politischen Auseinandersetzung wählte Gandhi im Kampf gegen die Briten? Es war das Mittel der Gewaltlosigkeit! Wie stand er jenen gegenüber, die Gewalt als legitim im Kampf gegen die Kolonialmächte betrachteten?
Ähnlich ambivalent wie Gandhi wird die Bagavadgita in und außerhalb Indiens betrachtet.
In der Bagavadgita kristallisierte sich für Gandhi die hinduistische Kultur, mit der er sich stark identifizierte.
Die Gita gilt als Anleitung zum richtigen Leben, Streben, Tun und Sterben, wird aber im Westen gesehen als ein verwerflicher Text, der den Krieg rechtfertigt und die Erfüllung der Pflicht über alle Bedenken stellt.
Gandhi hatte Gegner in der indischen Kriegskaste, die die Befreiung Indiens vom britischen Joch mit Gewalt anstrebten. Hieraus entstammt Lodse, der Gandhi 1948 ermordete und danach selber hingerichtet wurde.

Sonntag, 3. Februar 2019

Ursprung des Lebens im Labor

Am 23.1.2019 hielt Prof. Dr. Dieter Braun von der LMU München einen Vortrag im Deutschen Museum in München über das Thema "Kann man den Ursprung des Lebens im Labor nachbauen?"

Aus dem Flyer:
Die Entstehung des Lebens ist eines der großen, noch ungelösten Rätsel der Wissenschaft. Seit Anbeginn der Menschheit wird diese Frage gestellt, und sie versucht seither der Frage mit Beobachtungen auf den Grund zu gehen. Dabei hat sich das Vorgehen nicht stark verändert -- in modernen Laboren können wir nun jedoch viel besser die Anfangsbedingungen auf der frühen Erde und im All nachempfinden. Wir wissen inzwischen viel mehr über die zentralen Prozesse des Lebens. Das frühe Leben begann mit Molekülen, welche Informationen speichern und kopieren konnten. Sie haben die Ära der Darwin'schen Evolution gestartet.
Im Kern ist das Leben auf der Erde eine Turing-Maschine. Ähnlich zu dieser fundamentalen Implementierung eines Computers bilden Polymere wie DNA oder RNA einen Faden, auf dem die Sequenzinformation des Lebens digital abgelegt sind. Da die Molekülfäden aber zerfallen, muß die Information immer wieder an neue Moleküle übertragen werden. Dies ist dem Leben in den letzten rund vier Milliarden Jahren glücklicherweise gelungen.
Aber wie konnte diese Informationsmaschine auf der Nanoskala entstehen? Neue Laborexperimente bringen Physik und Chemie zusammen und versuchen Antworten auf diese Frage zu finden. In selbstgebauten, mikroskopisch kleinen Kammern haben wir Poren vulkanischen Gesteins nachgebaut, um zu verstehen, welche physikalisch-chemischen Nichtgleichgewichtsprozesse die fundamentalen Funktionen das Lebens anstoßen können. Sehr nützlich sind hierbei die neuesten Methoden der modernen Biologie.

Freitag, 22. Juni 2018

Karl Marx 1818 - 1883

Karl Marx wurde am 5.5.1818 in Trier geboren und starb am 14.3.1883 im Londoner Exil.
Er ist nicht nur wegen seines 200. Geburtstages hoch aktuell, sondern v.a. seiner Kapitalismusanalyse wegen, die nichts von ihrer Brisanz verloren hat.
Karl Marx hat den Philosophen vorgeworfen, die Welt nur verschieden interpretiert zu haben, während es doch darauf ankomme, sie zu verändern.
Der Philosoph am Exzellenzcluster Religion und Politik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Prof. Dr. Kurt Bayertz, zeigte in seinem Vortrag am 7.6.18 in der evangelischen Stadtakademie in München, dass auf Marx hereinfällt, wer dessen Abkehr von der Philosophie für bare Münze nimmt. Denn Marx hat sich programmatisch auf eine genuin philosophische Tradition des Denkens gestellt: den Materialismus.
Im Verlauf des Vortrages wurde klar, dass Marx und seine Mitstreiter, vor allem Friedrich Engels, glaubten, dass die Entwicklung der industriellen Gesellschaft zu einer Revolution führen würde, die Frage wäre nur, wann sie einträte. Dieser Prozess wurde verglichen mit einer Schwangerschaft, die endgültig sei und zur Geburt eines neuen Lebens führen würde.
Es ist interessant als Nachgeborene zurück zu blicken, wie die Geschichte sich tatsächlich entwickelt hat (z. B. russische Oktoberrevolution 1917).

Quelle: Bertelsmann Lexikon, Flyer der ev. Stadakademie