Freitag, 22. Juni 2018

Karl Marx 1818 - 1883

Karl Marx wurde am 5.5.1818 in Trier geboren und starb am 14.3.1883 im Londoner Exil.
Er ist nicht nur wegen seines 200. Geburtstages hoch aktuell, sondern v.a. seiner Kapitalismusanalyse wegen, die nichts von ihrer Brisanz verloren hat.
Karl Marx hat den Philosophen vorgeworfen, die Welt nur verschieden interpretiert zu haben, während es doch darauf ankomme, sie zu verändern.
Der Philosoph am Exzellenzcluster Religion und Politik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Prof. Dr. Kurt Bayertz, zeigte in seinem Vortrag am 7.6.18 in der evangelischen Stadtakademie in München, dass auf Marx hereinfällt, wer dessen Abkehr von der Philosophie für bare Münze nimmt. Denn Marx hat sich programmatisch auf eine genuin philosophische Tradition des Denkens gestellt: den Materialismus.
Im Verlauf des Vortrages wurde klar, dass Marx und seine Mitstreiter, vor allem Friedrich Engels, glaubten, dass die Entwicklung der industriellen Gesellschaft zu einer Revolution führen würde, die Frage wäre nur, wann sie einträte. Dieser Prozess wurde verglichen mit einer Schwangerschaft, die endgültig sei und zur Geburt eines neuen Lebens führen würde.
Es ist interessant als Nachgeborene zurück zu blicken, wie die Geschichte sich tatsächlich entwickelt hat (z. B. russische Oktoberrevolution 1917).

Quelle: Bertelsmann Lexikon, Flyer der ev. Stadakademie

Sonntag, 21. Januar 2018

Vermessung des Universums

Nach einem Vortrag von Prof. Rolf  Kudritzki am 10.1.2018 im Deutschen Museum in München ergibt sich nach dem Flyer folgendes Bild:
Es ist eine große Herausforderung zu vermessen, wie weit die Galaxien von uns und voneinander entfernt sind.
Eng verbunden mit den Entfernungen der Galaxien ist die Expansion des Universums. 1929 zeigte Edwin Hubble, dass das Universum expandiert. Die Galaxien des Universums bewegen sich voneinander weg und je weiter sie von uns entfernt sind, desto grösser ist ihre Fluchtgeschwindigkeit v. Es gilt:
                  v = Ho d    mit Ho = Hubble-Konstante und d = Distanz
Für die Hubble-Konstante gilt als derzeit bester Wert:
                                  Ho =  (70 +- 10) Km/sec/Megaparsec
Der genaue Wert von Ho ist von fundamentaler Bedeutung, um die globalen Eigenschaften des Universums zu bestimmen, z.B. Alter, Eigenschaften der Materiebestandteile im Universum und die physikalischen Ursachen, die zur Beschleunigung der Expansionsbewegung der Galaxien in sehr großen Entfernungen führen ("Dunkle Energie"). Eine Genauigkeit von mindestens  einem Prozent wird hierfür benötigt. Lange Zeit galt dies als hoffnungsloses Unterfangen angesichts der vielfältigen Schwierigkeiten von astronomischen Entfernungsmessungen. Aber neue Ideen, neue Teleskope und neue Methoden haben uns dem ehrgeizigen Ziel deutlich näher gebracht. Doch mit immer besseren Messungen stoßen wir auf einmal auf neue unerwartete Fragen!

Dienstag, 12. Dezember 2017

Marie Curie (1867 - 1934)

Wir feiern dieses Jahr den 150sten Geburtstag von Marie Curie, die am 7.11.1867 als Marie Sklodowska in Warschau geboren wurde und deren Forschungen untrennbar mit dem Begriff der Radioaktivität verbunden sind. Sie kam 1891 als junge Frau nach Paris, um Physik, Chemie und Mathematik zu studieren und entdeckte zusammen mit ihrem französischen Ehemann, Pierre Curie, die neuen Elemente Polonium und Radium. Für ihre Forschungen erhielt sie als bisher einzige Person sowohl den Nobelpreis für Physik (1903) als auch den für Chemie (1911). 1906 kam durch einen tragischen Unfall ihr Mann ums Leben (er wurde von einem Pferdefuhrwerk tödlich überfahren). Sie stand nun mit ihren beiden Töchtern (Irene, 9 und Eve, 2) allein da und hatte auch ihren wissenschaftlichen Partner verloren. Mit einer schier unglaublichen Zielstrebigkeit und Ausdauer setzte sie jedoch ihre Forschungsarbeiten fort und wurde die berühmteste Wissenschaftlerin ihrer Zeit. 1911 fiel allerdings ein schwerer Schatten auf ihr persönliches Leben, als sie eine Liaison mit dem verheirateten Kollegen Paul Langevin einging, was sich in Frankreich und auch im Ausland zu einem Skandal entwickelte. Ihr wurde sogar nahegelegt, den ihr schon zuerkannten Nobelpreis für Chemie nicht anzunehmen. Doch auch diese Hürde nahm sie in souveräner Manier. Neben ihrem intellektuellen Genius strahlte sie auch eine menschliche Größe aus. Albert Einstein hat das einmal so ausgedrückt: "Marie Curie ist von allen berühmten Leuten die einzige, die der Ruhm nicht verdorben hat!"

Quelle: Flyer des Deutschen Museums München nach einem Vortrag von Prof. Dr. Walter Kutschera am 8.11.2017

Sonntag, 30. Juli 2017

Nostalgisches von Charly

Dem Spitznamen "Charly" ist nicht direkt zu entnehmen, dass er ein norddeutsches "Gewächs" ist, in einer Kleinstadt an der Wesermündung geboren und in Hamburg aufgewachsen. Irgendwann lernte er eine Stewardess kennen, die sosehr von München schwärmte, dass er seine zweite Studienhälfte eben dort verbrachte. Nach dem Physik-Diplom reichte er ein Paar Semester später seine Dissertation ein, die so gut bewertet wurde, dass ihm eine Stelle als wissenschaftlicher Assistent an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München angeboten wurde.
Charly heiratete seine Freundin Sigrid und richtete sich ein gemütliches Zuhause im Landkreis München ein. Das Studium war sehr stressig gewesen und hatte viel Energie gekostet. Daher suchte und fand er bei einem Bauern im sogenannten Pfaffenwinkel nahe dem Hohen Peißenberg im Voralpenland ein kleines Wochenendhäuschen, wo er mit seiner Frau und Freunden gemeinsame Freizeit verbrachte.
Die Bauern mochten den "Stadtflüchtling" gut leiden und luden ihn des Öfteren ein, mit ihnen gemeinsam auf ländliche Festveranstaltungen zu gehen. Es war dann eine Bühne zum Tanzen aufgebaut und eine Blaskapelle spielte bayerische Blasmusik. Drumherum standen Biertische und Holzbänke zum Verweilen. Das Bier schmeckte in der warmen Jahreszeit besonders gut.
Charly durfte am Wochenende die Kühe in den Stall zum Melken führen. Außerdem wurde ihm manchmal ein "Rucksack" umgeschnallt, der eine Vorrichtung zum Bespritzen der Wiesen mit Unkrautvernichtungsmittel besaß.
Es lief auch das zahme Reh Gretel auf dem Bauernhof herum, das allerdings eines morgens vergiftetes Getreide gegessen  hatte und einen qualvollen Tod starb. Der Haushund Struppi war ein Dackel und wurde zur Bekämpfung von tollwütigen Füchsen in den Fuchsbau reingeschickt. Der Jäger wartete am anderen Ausgang des Fuchsbaus mit der Flinte auf die Füchse. Dabei holte sich Struppi oft eine blutende Nase.
Im Winter waren die sanften Hügel für Skilanglauf gut geeignet.
Es war eine erholsame, schöne Zeit. Aber sie ging nach zwei Jahren plötzlich zu Ende, weil der Vermieter des Aussiedlerhäuschens den Mietvertrag aufkündigte.
Was bleibt, sind schöne Erinnerungen an eine nostalgische Zeit im bayerischen Oberland Mitte der 1970er Jahre!

Sonntag, 2. April 2017

Migrantin in München

Vor 12 Jahren kam die damals 19-Jährige Polin Julia nach München, um hier ihr Glück zu suchen. Sie ließ sich mit einem mit einer Deutschen verheirateten Inder ein und gebar die Maria. Die Stadt München brachte sie in einem Mutter/Kind-Heim unter. Über eine Zeitungsmeldung erfuhr die Münchnerin Siglind von deren Schicksal und nahm sich ihrer an. Sie integrierte sie in die eigene Familie. Die Kleine sagte daraufhin "Omi" zu ihr. Siglind spendete nicht nur Zeit sondern auch Geld, um der kleinen Familie zu helfen. Die Stadt München gewährte einen kleinen Kredit, sodass Julia eine 3-Jährige Ausbildung zur Erzieherin absolvieren konnte. Danach bekam sie eine Anstellung in einem katholischen Kindergarten. Das Münchner Wohnungsamt verschaffte der kleinen Familie eine Genossenschaftswohnung in günstiger Lage und zu annehmbarem Mietzins. Maria geht inzwischen auf die Realschule. Allerdings hapert es gewaltig im Fach Mathematik. Ein ehrenamtlicher Mathelehrer gibt ihr nun kostenlosen Mathe-Unterricht.
Die Geschichte hat gewissermaßen ein Happy End, da Julia unlängst einen älteren Herrn kennen und lieben gelernt hat.
Was man in München nicht alles erleben kann!!!

Donnerstag, 2. Februar 2017

Gibt es 9. Planeten im Kuipergürtel?

NEIN, den gibt es nicht! Aber gibt es einen 9. Planeten jenseits des Kuipergürtels? JA, vielleicht!
Der Kuipergürtel ist eine ringförmige Region jenseits der Neptunbahn mit tausenden Kleinkörpern, Zwergplaneten und sehr wahrscheinlich weiteren fernen Planeten und wurde von dem niederländischen Astronom Kuiper Ende des letzten Jahrhunderts entdeckt.
Im Jahre 2006 wurde Pluto, am Rande des Kuipergürtels 1930 entdeckt, die Eigenschaft als Planet aberkannt, sodass es nur mehr 8 Planeten in unserem Sonnensystem gibt. Aber vielleicht gibt es weitere Planeten, zumindest einen neunten, außerhalb des Kuiperringes? Die Suche hat begonnen!
Es wird gerätselt, was der Kuiperring und die ihn bevölkernden Körper mit der Entstehung des Planetensystems zu tun haben? Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Planet Erde in seiner Frühphase etwas vom Kuipergürtel abbekommen hat. Auch der kurzperiodische Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko stammt aus dieser Gegend des Kosmos. Er wurde vor Kurzem von der Rosetta-Mission besucht und der Lander Philae auf ihm abgesetzt. Dieser hat jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Informationen zur Erdstation geschickt, da sein Landeplatz auf "Chury" nicht ganz glücklich war.

Quelle: Vortrag am 1.2.2017 von Dr. Hermann Böhnhardt im Deutschen Museum in München, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen und leitender Wissenschaftler des Philae-Landeprojekts der ROSETTA-Mission der ESA.

Dienstag, 13. September 2016

Lucys tiefer Fall

Als Lucy auf den Ästen eines zwölf Meter hohen Baumes balanciert, verliert sie plötzlich den Halt. Sie stürzt in die Tiefe, versucht noch, sich abzufangen. Doch die zierliche Frau kann keinen Ast mehr greifen. Und so knallt sie mit fast 60 Stundenkilometern mit den Füßen voran auf den Boden. Sie stützt sich mit den Armen ab, zuerst mit dem linken und dann mit dem rechten. Die Wucht des Aufpralls lässt beide Oberarmknochenenden splittern, vor allem der rechte ist übel zugerichtet.

Anhand von hochauflösenden Computertomografien ihres Skeletts rekonstruierten Anthropologen um John Kappelman von der Universität Texas nun das Schicksal von Lucy, einem der berühmtesten Fossilien der Menschheitsgeschichte. Die Details aus der Veröffentlichung im Fachmagazin Nature ergeben ein ziemlich grausames Bild der letzten Momente dieser Vormenschenfrau, die vor rund 3,18 Millionen Jahren in der Afar-Senke im heutigen Äthiopien starb. Ihre Überreste hatte bereits im Jahr 1974 eine Forschergruppe um den Anthropologen Donald Johanson entdeckt. Lucy wurde schnell weltberühmt, konnte sie wohl aufrecht gehen und gehörte zu einer neuen, nach ihrem Fundort Australopithecus afarensis benannten Vormenschenart. Viele Geschichten ranken sich um sie, etwa die wohl erfundene, aber doch schöne, dass im Forschercamp das Beatles-Lied "Lucy in the Sky with Diamonds" lief, als die Ausgräber die ersten Knochen fanden. ...

Lange hatten Forscher geglaubt, dass die Schäden an den Knochen nach Lucys Tod auftraten. Erst die genaue Analyse löste das Rätsel um die Todesursache. Alle Knochenverletzungen lassen sich mit einem Sturz aus großer Höhe erklären: Frakturen in der linken Schulter, im rechten Sprunggelenk, im Becken, im rechten Knie, im Kiefer und am Schädel. Auch die erst Rippe ist gebrochen, ein "Kennzeichen eines heftigen Traumas", so Kappelman. Aufgrund ihrer Verletzungen, die auch innere Organe stark schädigten, starb Lucy wohl schnell.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 31.8.2016